Die Geschichte der Südwestdeutschen Medienholding reicht bis ins Jahr 1843 zurück, als erstmalig das Stuttgarter Tagblatt erscheint. Ab 1908 wird die Zeitung unter dem Namen Stuttgarter Neues Tagblatt im Stuttgarter Zeitungsverlag herausgegeben, der im selben Jahr gegründet wurde und die Keimzelle der heutigen Südwestdeutschen Medienholding ist. Seitdem hat sich vieles verändert: Aus dem regionalen Zeitungsverlag wurde eines der größten Medienhäuser Deutschlands, das nicht nur Zeitungen, Anzeigenblätter und Fachinformationen herausgibt, sondern auch im Bereich der digitalen Medien aktiv ist und zahlreiche verlagsnahe Dienstleistungen anbietet.

1908-1945: Die Anfangsjahre

Die Ursprünge der Südwestdeutschen Medienholding liegen in der Stuttgarter Zeitungsverlag GmbH, die 1908 von der Stuttgarter Neues Tagblatt AG gemeinsam mit der Deutschen Verlagsanstalt (DVA) gegründet wird. Unter diesem Dach erscheint neben dem Stuttgarter Neuen Tagblatt auch die Württemberger Zeitung. 1920 erwirbt der Industrielle Robert Bosch die Aktienmehrheit an der Deutschen Verlagsanstalt und wird dadurch auch Mehrheitseigner am Stuttgarter Zeitungsverlag. 1936 muss Bosch seine Anteile am Stuttgarter Zeitungsverlag unter dem Druck der Nationalsozialisten verkaufen. Das Stuttgarter Neue Tagblatt erscheint noch einige Jahre als gleichgeschaltetes Organ, bis es im Frühjahr 1943 schließlich eingestellt wird.

1945-1971: Start für Stuttgarter Zeitung und Stuttgarter Nachrichten

Aufgrund der Pressepolitik der Alliierten werden nach Ende des Zweiten Weltkrieges zunächst nur einige wenige Zeitungen in den großen Städten zugelassen. Die Stuttgarter Zeitung ist eine der ersten Zeitungen in der amerikanischen Besatzungszone, die lizenziert wird, und erscheint erstmalig bereits am 18. September 1945. Gründungs-Lizenzträger sind Josef Eberle, Henry Bernhard und Dr. Karl Ackermann. Ackermann verlässt die Stuttgarter Zeitung schon bald wieder und gründet den Mannheimer Morgen, Bernhard ruft im November 1946 die Stuttgarter Nachrichten ins Leben. Im selben Jahr steigt Dr. Erich Schairer, Mitbegründer der Sonntags-Zeitung, bei der Stuttgarter Zeitung als Verleger ein.

Ab 1951 kann auch die Familie Bosch ihre Eigentümerrechte am Stuttgarter Zeitungsverlag wieder wahrnehmen, dessen Anteile sie nun gemeinsam mit dem Verleger Schairer und dem Mitbegründer Josef Eberle hält. 1955 erscheint erstmalig der Anzeigentitel Stuttgarter Wochenblatt. Im Jahr 1970 veräußert Familie Bosch ihre Anteile an der Stuttgarter Verlagsgesellschaft. Käufer sind die Neue Pressegesellschaft in Ulm und die Medien Union in Ludwigshafen.

1972-1989: Neue Gesellschafterstruktur

1972 wird Eugen Kurz Geschäftsführer des Stuttgarter Zeitungsverlags und entwickelt eine neue Gesellschafterstruktur. Das sogenannte Stuttgarter Modell basiert auf der strategischen Leitlinie „Kooperation statt Konzentration“. Die koordinierte Zusammenarbeit im Anzeigengeschäft, in der Herstellung und im Vertrieb sichert die Existenz zweier redaktionell unabhängiger Zeitungen, der Stuttgarter Zeitung und der Stuttgarter Nachrichten, an einem Ort. Weitere Kooperationsmodelle werden 1974 gestartet: die Stuttgarter Nachrichten Mantelpartnerschaft und die Stuttgarter Zeitung Anzeigengemeinschaft. Im Rahmen der Stuttgarter Nachrichten Mantelpartnerschaft fungieren die Stuttgarter Nachrichten als Lieferant überregionaler Inhalte für zahlreiche Lokalzeitungen auch über die Grenzen Baden-Württembergs hinaus. Die Stuttgarter Zeitung Anzeigengemeinschaft bietet die Möglichkeit zur gemeinsamen Anzeigenbelegung beider Stuttgarter Tageszeitungen. 1979 erscheint mit Sonntag Aktuell erstmalig die gemeinsame Sonntagszeitung. Wolfgang Leibfritz löst Eugen Kurz als Geschäftsführer ab.

1989-2005: Expansion und Einstieg in die elektronischen Medien

Nach der Neufassung des Landesmediengesetzes steigt der Stuttgarter Zeitungsverlag 1989 mit Antenne 1 in den Hörfunkmarkt ein. Im Jahr darauf folgt Jürgen Dannenmann Wolfgang Leibfritz als Geschäftsführer des Verlages. In den Folgejahren expandiert das Unternehmen maßvoll und zielgerichtet. So werden 1992 50% der Anteile an der Märkische Verlags- und Druckhaus GmbH & Co. KG erworben (u.a. Märkische Oderzeitung). 1997 steigt der Verlag mit den Online-Auftritten von Stuttgarter Zeitung und Stuttgarter Nachrichten auch ins digitale Geschäft ein. 2002 wird das – nun unter dem Namen Südwestdeutsche Medienholding (SWMH) firmierende – Unternehmen mit dem Erwerb von 18,75 Prozent der Anteile Minderheitseigner am Süddeutschen Verlag in München. 2003 wird mit der Marbacher Zeitung und der Kornwestheimer Zeitung das Zeitungsportfolio weiter ausgebaut, 2005 folgt die Gründung der Schwabenpost (heute BWPost).

2007-2009: Zusammenschluss mit dem Schwarzwälder Boten und Erwerb der Mehrheitsanteile am Süddeutschen Verlag

Zum Jahreswechsel 2007 /2008 verlässt Jürgen Dannenmann die Südwestdeutsche Medienholding. Auf ihn folgt Dr. Richard Rebmann, bis dahin Geschäftsführer und Verleger des Schwarzwälder Boten in Oberndorf. Im selben Jahr werden die Geschäftsaktivitäten der Zeitungsgruppe Stuttgart (ZGS) und des Schwarzwälder Boten unter dem Dach der Medienholding Süd (MHS), einer Tochtergesellschaft der SWMH, zusammengeführt. Mit dem Erwerb von weiteren 62,5 Prozent der Anteile am Süddeutschen Verlag stockt die SWMH 2008 auch ihre dortige Beteiligung auf 81,25 Prozent auf und wird zum Mehrheitseigner.

2009-2013: Die Unternehmensgruppe wächst zusammen

Im Jahr 2011 erwirbt die Südwestdeutsche Medienholding die Märkische Zeitungsverlag GmbH & Co. KG (MZV). Um den Herausforderungen der Branche auch in Zukunft gewachsen zu sein, werden im selben Jahr die zentralen kaufmännischen Funktionen innerhalb der SWMH gebündelt und Stabsfunktionen eingeführt. 2012 werden die Zentralfunktionen – darunter das Personalwesen, die IT und das Rechnungswesen –  schließlich in einer eigenen Servicegesellschaft, der SWMH Service GmbH zusammengeführt. Die leitenden Stabsfunktionen der Unternehmensgruppe sind seither zentral in der SWMH GmbH mit Sitz in Stuttgart angesiedelt.

nach oben